FOBRO Rotor STRIP TILL

– Tipps und Tricks aus 25 Jahren Erfahrung

OekoSem Einsatz auf Kunstwiese vInDesign

Rotor STRIP TILL – besonders von Mais in Wiesen – ist eine einmalige schweizerische Spezialität. Sie besetzt eine
Nische im Grenzbereich des Ackerbaus, wo Mais die Futterrationen von Wiesen ideal ergänzt. Auf diesen
Standorten bewähren sich die ökologischen Vorteile des Rotor STRIP TILL besonders wegen der hohen
Niederschlagsmengen. Die Vorteile der Bodenstrukturförderung zahlen sich auch in den Folgekulturen aus.

WIRTSCHAFTLICHE VORTEILE

  • Geringer Arbeitszeitbedarf durch Kombination mehrerer Arbeitsgänge
  • Sichere Jugendentwicklung des Mais
  • Ebenbürtiger Ertrag zu Pflug
  • Gute Bodenstruktur vereinfacht Bestellung der Nachkultur

ÖKOLOGISCHE VORTEILE

  • Bester Schutz gegen Bodenerosion
  • Reduziert Nährstoffabschwemmung in Gewässer
  • Lange Begrünung = Guter Nitratschutz
  • Bodenbedeckung fördert Regenwürmer und das weitere Bodenleben
  • Weniger Überfahrten schonen den Boden
  • Bodenstruktur wird verbessert
  • Gute Tragfähigkeit bei Ernte vermindert Bodenverdichtungen

VORAUSSETZUNGEN

  • Rotor STRIP TILL ist auf eine gute Bodenstruktur angewiesen
  • Schwere und leichte Böden eignen sich gleichermassen
  • Bearbeiten nasser Böden ist zu unterlassen

Bodenbedingungen und Technik

Achtung: Arbeit in nassen Böden unbedingt vermeiden (Ertragseinbussen)!

Voraussetzung für einen gelungen Rotor STRIP TILL ist eine gute Bodenstruktur!
Befahren bei nassen Bedingungen (Gülle und Mist) vermeiden, Reifendruck reduzieren, grossvolumige Reifen einsetzen
Nasse Böden abtrocknen lassen

Variante 1: Warten bis Boden abgetrocknet ist

Variante 2: Durch eine flache Grubberarbeit (10cm)

Abtrocknung fördern, dann „Rotor STRIP TILL light".

Grubber schmiert weniger als Pflug.

Streifenfräse gezielt einstellen

Grubbertiefe 20-25 cm Tiefe erzielt in der Praxis sichere Erträge. Bei Grubber vermeidet die Bildung einer Schmierschicht durch die Fräse und verbessert die Durchwurzelung. Bei guter Bodenstruktur flacher einstellen. Frästiefe = 5-8 cm; Rotor-Drehzahl ca. 250 U/min bei 3 km/h. Kraftbedarf ab 120 PS. Mehr PS erlauben zügigeres Arbeiten.

 

Sätechnik ist wichtiges Element

Schwere Scheibenschare sind Pflicht. Schneidende Scheibe vor Doppelscheibenschar verhindert, dass Körner in Grasbüschel zu liegen kommen und wegen Kontakt zu Glyphosat absterben.

 

Bewährte Herbizidstrategien

Saat und Spritzung kombinieren

Bodenherbizid auf Streifen (zwingend) und Glyphosat zwischen den Streifen applizieren bedingt zwei Spritztanks. Beides als Tankmischung ausbringen funktioniert gut.

Glyphosat im Vorauflauf mit wenig Wasser

Spritzung vor Saat: Geringe Wassermengen < 100 l/ha und Wasser enthärten (ca. 5 kg Ammonsulfat/ 100 l Wasser), verbessert Wirkung deutlich. Wirkt auf frische Stoppeln, die noch nicht vernarbt sind, sonst ca. 10cm Grashöhe abwarten.

Blacken gezielt nachbehandeln

Nachbehandlung von Blacken: 15gr. Harmony und 0,5l Exell (Achtung: Sortenverträglichkeit beachten). Beigabe von Mg-Blattdünger (Bsp. Epso Combitop 5kg/100 l Wasser) vermindert Stress für Mais (hoch bei Nässe und Kälte).

 

Düngung

Unterfussdüngung mit N mit Mass30-50 kg N/ha (Harnstoff, Mg-Ammonsalpeter), Mg: unterstützt Mais bei kühler Witterung Zugabe von P (Mischdünger) ist in gut versorgten Böden nicht notwendig. P-Düngung kann Verbesserungen bewirken. Bei Unsicherheit schafft Ein Vergleich Klarheit: Ein Düngekasten mit P-Düngung, einer ohne P-Dünger

Kopfdüngung zur Reihe geben Vorteilhaft in 2 Gaben zur Reihe und nicht breitflächig ausbringen. Keinen Harnstoff einsetzen (Verdunstung).

• Keinen Harnstoff einsetzen (Verdunstung).

Mist und Gülle gut möglich

Gut verrotteter Mist kann bis ca. 30t/ha vor der Saat ausgebracht werden. Schlecht verrotteten Mist nach der Saat ausbringen (Verstopfungen, N-Blockade) oder noch besser verrotten lassen. Gülle kann vor oder nach der Saat oder in stehenden Mais (6-Blatt) ausgebracht werden (Bodenverdichtungen vermeiden).

Schädlinge

Schnecken, Erdschnaken und Drahtwürmer

Gras zwischen den Maisreihen wirkt als Ablenk-fütterung. Probleme sind selten und treten bei frühem Abspritztermin verstärkt auf (Ablenkfutter
fehlt). Bei hohem Drahtwurmdruck eventuell insektizid-gebeiztes Saatgut einsetzen.

 

Mäuse gelegentlich ein Problem

Bei starkem Mäusebefall ist Vorsicht geboten, da Mäuse nur durch ca. 15cm tiefe, ganzflächige Bodenbearbeitung (Grubber, Pflug) stark dezimiert werden.

Stoppelbearbeitung

Für die Einarbeitung von z.B. Maisstoppeln nach der Ernte wurde ein spezielles Werkzeug für die Streifenfräse entwickelt.
Dieses zerkleinert zuverlässig bis zu 95 % aller Stoppel und arbeitet sie zu verlässig in den Boden ein. Maiszünslern bleiben dadurch keine Überwinterungsmöglichkeit und werden stark reduziert.
Der Vorteil dabei besteht darin, dass der Boden nur im bepflanzten Streifen bearbeitet wird und die stabile Bodenstruktur zwischen den Reihen erhalten bleibt.

Herbizidfreie Strategien

Achtung: Bei der Umstellung auf herbizidfreie und biologische Verfahren, sollte in den ersten Jahren mit Ertragseinbußen gerechnet werden. Langfristig können dadurch jedoch Kosten gesenkt und eine höhere Ertragssicherheit erreicht werden.

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Für den Einsatz herbizidfreier Verfahren bedarf es einer Kombination aus pflanzenbaulichen und technischen Lösungen.

Grundlage hierfür sind gesunde, fruchtbare Böden mit einem möglichst hohen Humusgehalt.

 

Außerdem sollte versucht werden, den Acker das ganze Jahr über möglichst mit lebendigen Pflanzen bewachsen zu haben. Dies kann durch Zwischenfrüchte und Untersaaten umgesetzt werden. Durch das Schaffen einer „Grüne Brücke“ kann das Bodenleben das ganze Jahr über mit Wurzelexudaten versorgen werden. Dieses stellt den Pflanzen im Gegenzug für sie ansonsten unerreichbare Nährstoffe aus dem Boden zur Verfügung. Durch eine möglichst große Vielfalt an Pflanzen auf dem Acker, kann somit eine vielfältige Bodenflora entstehen, welche eine gesunde und ausgeglichene Bodenkrume erzeugt.

 

JEDER EINGRIFF IN DEN BODEN BEEINTRÄCHTIGT SOMIT DAS BODENLEBEN. UNGEWÜNSCHTE UN-KRÄUTER SIND U.A. DIE FOLGE EINER ZU INTENSIVEN BODENNUTZUNG. JEDES BEIKRAUT AUF DEM ACKER HAT EINE SPEZIELLE AUFGABE UND SIND FOLGE DER VORHERRSCHENDEN BODENVERHÄLTNISSE.

SOGENNANTE ZEIGERPFLANZEN VERSUCHEN STETS AUCH DAS BODENGLEICHGEWICHT WIEDER IN ORDNUNG ZU BRINGEN. SO WACHSEN EINIGE PFLANZEN BESONDERS GERNE AN STELLEN MIT BODENVERDICHTUNGEN, NÄHRSTOFFÜBERSCHUSS ODER STAUNÄSSE. DIESE SIND UNBEDINGT ZU VERMEIDEN.

Standort- und Bodenbedingungen

Der ideale Maisboden ist tiefgründig, gut strukturiert, reich an Nährstoffen und regelmäßig mit Wasser versorgt. Mais wächst am besten bei neutraler bis schwach saurer Bodenreaktion – pH-Werte von 5,5 bis 7,5.

 

Aussaat und Sortenwahl

Wichtig bei der Sortenwahl ist eine schnelle Jugend-entwicklung und ein frühzeitiger Reihenschluss, um eine schnelle Beschattung und somit Beikraut-unterdrückung zu erreichen. Wichtig dabei ist, dass die Sorte an den Standort angepasst ist.

An Standorten mit guter Wasserversorgung, kann eine Eng- oder Doppelreihensaat zu Ertrags-steigerungen führen.

Der optimale Saatzeitpunkt von Mais ist von Mitte April bis Ende Mai. Dabei sollte die Boden-temperatur mindestens 8°C betragen. Die Ablagetiefe beträgt optimalerweise 4-6cm. Spät gesäter Mais (Mitte Mai) wächst dem Unkraut zügig davon. Bei früh gesätem Mais dagegen kommt es infolge von Temperaturen unter 10°C häufig zu einem Wachstumgsstillstand des Maises und angepasste Unkräuter wachsen während dieser Zeit weiter, was zu einer höheren interspezifischen Konkurrenz führt. Eine Erhöhgung der Aussaatmenge hingegen hat keinen erheblichen Einfluss auf die Unkrautunterdrückung und den Ertrag.

Fobro cultivator

Der Grubber vermeidet die Bildung einer Schmierschicht

durch die Fräse und verbessert die Durchwurzelung

Fobro cultivator

Vermeiden von Verdichtun-gen und

bodenschonende Bereifen ist wichtig!

Zwischenfrüchte

Eine Schlüsselrolle bei der Etabelierung herbizidfreier Verfahren mit der Streifenfrässaat spielt der Anbau von Zwischenfuchtmischungen.

Der Maisanbau kann sehr gut mit Winterzwischenfrüchten kombiniert werden, welche im Frühjahr geerntet und als Futter für Biogasanlagen und Tiere verwendet werden können. Auch können Zwischenfrucht-mischungen besonders gut als Gründüngung und Mulchauflage zur Unkrautunter-drückung und Erosionsschutz verwendet werden.

Besonders bewährt haben sich dabei Grünroggen- und Kleegras-Mischungen.

Mögliche Zwischenfruchtmischungen mit guten Ergebnissen vor Mais:

  • TerraLife MaisPro (DSV)
  • TerraLife N-Fix (DSV)
  • Landsberger Gemenge

Grünroggenmischungen (z.B. mit Inkarnatklee)

  • Grünroggenmischungen (z.B. mit Inkarnatklee)
  • Camena Sondermischung 16039/1 Wintergrün (Wickroggengemisch)
  • Bio-Max (DSV)
  • HumusPlus (DSV)
  • Wintererbse EFB33 und Grünroggen

Untersaaten

Durch den Einsatz von Untersaaten können Beikräuter gezielt unterdrück werden. Die Untersaat sollte angepasst an Standort- und Maissorte gewählt werden. Im Maisanbau wird empfohlen, eine Untersaat von Deutschem Weidelgras von 15 -20 kg/ha im 8-10-Blatt-Stadium des Mais einzusäen. Die Ansaat emfpiehlt sich vorzugsweise mit einem Güllefass, einem Maishackgerät mit Streueinrichtung oder einem Düngerstreuer.

Die Einsaat erfolgt am besten nach bzw. mit dem zweiten Hackdurchgang (Fibl, 2008). Nach der Ernte kann die Untersaat als Gründüngung eingearbeitet werden oder durch Nachsaat als Zwischenfrucht genutzt werden. Ein Stoppelsturz ist dabei nicht notwendig. Lediglich das Kürzen der Stoppel auf 6-8cm förderlich.

Mögliche Untersaaten in Mais:

  • Kleegrasmischungen
  • DSV-Mischung „M2“
  • viterra® UNTERSAAT (Saaten-Union)
  • Sondermischung 16039 Green Carbon Fix (Hersteller: Camena)

Beim Einsatz von Untersaaten sollte auf den Einsatz von Striegel verzichtet werden, da dieser ein ungewünschtes Keimen von Beikräutern anregen kann.

Mechanische Unkrautbekämpfung

Variante 1 („Unkrautkur“):

Vor der Streifenfrässaat ganzflächiges, flaches bearbeiten des Bodens mit einer Fräse oder Grubber mit Gänsefußscharen (schälen in 3-5cm Arbeitstiefe). Dabei können auch Zwischenfruchtbestände als Gründungung oder Pflanzenstoppel nach der Futterernte eingearbeitet werden. Diese bilden gleichzeitig eine unkrautunterdrückende Mulchauflage. Dies bei Bedarf mehrmals wiederholen, um ein erneutes Anwachsen oder Auflaufen unerwünschter Beikräuter zu verhindern.

Variante 2 (partielles Schälen):

Nach der Streifenfrässaat flaches Schälen des unbearbeiteten Streifens mit Hackgerät oder Reihenfräse. Dabei sollte eine Arbeitstiefe von 3 bis 5cm nicht überschritten werden, um die Vorteile der Streifenfrässaat nicht zu beeinträchtigen.

Variante 3 (partielle Messerwalze):

In Lagen mit guter Wasserversorgung des Bodens ist es möglich, den unbearbeiteten Zwischenstreifen bewachsen zu lassen. Hierfür bietet sich eine Streifenfrässaat in Grünroggen oder niedrigwachsendes Kleegras an.
Durch eine partielle Messerwalze kann das das Wachstum der durchwachsenden Zwischen-frucht eingedämmt werden, um der Kulturpflanze einen Vorsprung zu geben und die interspezifische Konkurrenz einzudämmen.
Bis zum 8-Blatt-Stadium ist Mais sehr konkurrenzanfällig. Daher soll dieser bis dahin durch Hacken freigehalten werden.

Für die Unkrautbekämpfung in der Reihe bietet sich eine Finger- oder Torsionshacke an. Bei vorheriger Unkrautkur kann auch eine Sternhacke zum Einsatz kommen, um die Kulturpflanze beim letzten Durchgang etwas anzuhäufeln.

Häufig gestellte Fragen

Warum nicht Direktsaat?

Direktsaat stellt die höchsten Anforderungen an Beikrautregulierung und Bodenstruktur. Wegen der häufigen Befahrungen von Wiesen (4-6 Schnitte) konnte sich die Direktsaat nicht durchsetzen. Bei optimaler Bodenstruktur sind aber Direktsaaten in Wiesen ohne Ertragseinbussen möglich.

Warum wenig Verbreitung in Ackerbaugebieten?

In Ackerbaugebieten lässt sich Mais auf einfache Wie-se mit ganzflächiger Mulchsaat oder Direktsaat an-bauen, was kostengünstiger ist.

Streifenfrässaat light, was ist das?

Statt nach dem Pflug oder Grubber konventionell ein Saatbeet zu bereiten, ist die Saat auch per Streifenfrässaatkombination möglich. Die groben Schollen zwischen den Reihen sorgen für einen guten Erosionsschutz und vermindern die Nährstoffabschwemmung. Je nach Situation ein sinnvoller Kompromiss.

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Benötigt Streifenfrässaat nicht viel Wasser?

Nein, im Gegenteil. Im Vergleich zum Pflug vermindert die Streifenfrässaat die Wasserverdunstung sogar. Wichtiger als die Bodenbearbeitung
ist der Wasserbedarf der Vorkultur. Eine Wiese benötigt pro kg Trockensubstanz zirka 500 l Wasser. Wächst der Bestand weiter, dann kommt es zu Wassermangel.

Benötigt Streifenfrässaat viel Schneckenkorn?

Nein, grüner Zwischenreihenbewuchs wirkt als Ablenkfütterung. Heikel sind einzig frühzeitig abgespritzte Vorkulturen, die dazu führen, dass die Schnecken beim Maisauflauf nur Mais zu fressen haben.